Adelaide | Die letzten 3 Wochen

10-29. Juli.2017

In den letzten 3 Wochen war meine Abreise jeden Tag allgegenwärtig. Trotzdem ist es jetzt wo ich am Gate sitze und auf meinem Flug nach Perth warte so unwirklich. Wenn ich die Zeit nochmal Review passieren lasse, ist wirklich viel passiert.

Alexandra hat ihre Gastfamilie verlassen, ich hatte Geburtstag, 2 Wochen Schulferien standen an, das neue Au-Pair ist vor zehn Tagen bei uns angekommen und der Kleine hat sich das Bein gebrochen. Nicht zu vergessen die persönlichen ups and downs und der Stress mit dem Koffer packen. Sein ganzes Hab und Gut der letzten sechs Monate in einen Koffer unterzubringen und dabei 23kg nicht zu überschreiten, war schlussendlich einfach  unmöglich.


An Alexandras letzten Wochenende in Adelaide waren wir zusammen mir ihrem Freund nochmal in Victor Harbor um dort an einer Whale Watching Tour teilzunehmen und uns Granite Island anzusehen. Von Juni bis September ziehen die Wale an der Südküste vorbei, weshalb wir uns natürlich die Chance nicht entgehen lassen wollten sie „von der Nähe“ zu bestaunen. Glücklicherweise haben wir Wale gesehen, auch wenn diese manchmal nur für einige Sekunden sichtbar waren. Die eineinhalb Stündige Discovery Tour war nicht nur deshalb jeden Dollar wert. Neben den Walen konnten wir Pinguine und Roben aus nächster Nähe bestauen. Nicht zu vergessen, dass wir die Möglichkeit hatten Victor Habors und seiner Natur vom Wasser aus zu betrachten.


Am Dienstag darauf hatte ich Geburtstag. Besonders und einmalig war dieser Geburtstag allemal und ich werde ihn sicherlich niemals vergessen. Schließlich hatte ich als Sommerkind, dieses Jahr ganz offiziell im Winter Geburtstag. Nun gut, der australische Winter ist mit dem in Deutschland nicht zu vergleichen, trotzdem waren 12 Grad nicht besonders warm. Da es an diesen Tag aber ausnahmsweise nicht geregnet hat, hatte ich die Möglichkeit etwas Sonne im Garten von zutanken.

Da Schulferien waren, hat Kobe von Montag auf Dienstag bei seiner Oma übernachtet, weshalb ich bis mittags zunächst mit der Kleinen alleine war. Nachdem ich Kobe im Laufe des Tages bei seiner Oma abgeholt habe, haben Zuhause Geschenke und ein Geburtstagskuchen auf mich gewartet. Nicht zu vergessen zu erwähnen sollte ich wohl, das Geburtstagsständchen meiner Gastkinder. ❤

Zusammen mit meiner Gastfamilie habe ich bis abends noch den Tag verbracht, bis ich anschließend noch mit einer Freundin zum Essen verabredet war. Am Wochenende darauf habe ich noch mit anderen Au-Pair Mädels meinen Geburtstag nachgefeiert. Alles in einem hatte ich wirklich einen schönen 22 Geburtstag. Nichtsdestotrotz freue ich mich riesig nächstes Jahr wieder meinen Geburtstag mit meinen Freunden und meiner Familie feiern zu können.


Wie bereits erwähnt standen in den letzten drei Wochen noch zwei Wochen Schulferien an. Natürlich ist diese Zeit immer etwas anstrengender, da ich mich dann meistens  von morgend mit abends um beide Kindern kümmern muss. Allerdings habe ich die Zeit nochmal sehr genoßen und habe mit ihnen, aufrung des schlechten Wetters, viel gebastelt, gebacken und die Zeit in Indoor-Spielplätzen verbracht.

Vor 10 Tagen ist dann mein nachfolge Au-Pair angereist, welche wir bereits vor zwei Monaten persönlich kennengelernt haben. Sie ist bereits seit einiger Zeit in Australien und hat auch schon in Adelaide gearbeitet. Mit ihrer Ankunft rückte also mein Abschied immer näher. Sie hat bereits in meinen Zimmer übernachtet und ich bin ins Kinderzimmer des Großen umgezogen. Im Allgemeinen sollte ich mich in den letzten Tagen im Bezug auf die Kinder immer mehr zurückziehen, damit der Au-Pair Wechsel für die Kinder nicht zu schwierig wird.

Das war jedoch leichter gesagt, als getan. Viele Arbeitsabläufe habe ich so verinnerlicht, dass ich schon gar nicht mehr darüber nachdenke. Neben den strukturierten Tagesablauf, kenne ich natürlich auch die Gewohnheiten und Sonderheiten meiner Gasteltern. Jemanden Neuen im Haushalt auf, für mich, mittlerweile selbstverständliche Dinge hinzuweisen, war deshalb anfangs gar nicht so leicht. Hinzukommt, dass ich nicht der Typ bin, der andere gerne herumkommandiert, bzw auf „Fehler“ aufmerksam macht. Wenn ich sehe, dass Spielzeug, Kleidung der Kinder oder Geschirr herumliegt, räume ich es einfach selbst weg.

Die größte Herausforderung für Angelique und mich war jedoch, dass ich nicht mehr der erste Ansprechpartner für die Kinder sein sollte, sondern sie. Meine Gasteltern wollten, dass ich ihr in den ersten zwei Tagen alles zeige und ich ihr danach nur noch wie ein Schatten folge und ihr Ratschläge und Hilfe anbiete, wenn sie sie benötigt. Soweit zur Theorie, in der Praxis sah das natürlich ganz anders aus. Das war mir jedoch von Anfang an schon bewusst, schließlich wusste ich, wie meine ersten Tagen waren als Vanessa noch da war und mir alles gezeigt hat.

Kobe fiehl es leichter, Angie als neues Au-Pair zu akzeptieren. Er hat den Sinn hinter dem Rollentausch verstand und wusste, dass die Zeit in der ich noch da war als Training für Angie dienen sollte. Chloe hingegen hatte Schwierigkeiten Angie als neue Bezugsperson zu akzeptieren. Was natürlich auch verständlich ist. Mit zwei Jahren nimmt sie ihre Umwelt noch ganz anders war und natürlich möchte sie keine fremde Person um sich haben. Im Laufe der 10 Tage ist aber auch ihr Vertrauen in Angie gewachsen, was den Alltag für uns alle erleichtert hat.


Mit dem Beginn der neuen Woche startete auch wieder die Schule. Somit sollte auch alles wieder seinen geregelten Lauf nehmen. Aber wie so häufig, kommt doch alles anders wie gedacht. Hatte ich nicht in meinem 3 Monatsupdate erwähnt, dass ich hoffe, dass niemand mehr ins Krankenhaus muss? („Ich hoffe wirklich, dass die Krankenhaus Serie nun beendet ist, da wir allerdings erst Anfang Mai haben, habe ich leider nicht allzu große Hoffnungen.“) 

Leider hatte es dieses mal wieder Kobe getroffen. Hatte er sich im April in der Schule seinen Arm gebrochen, war es nun ein gebrochenes Bein. Er hatte am Montagabend zusammen mit Angie auf dem Trampolin gespielt, während ich mit Chloe gebastelt hatte. Beim Springen auf dem Trampolin muss er ungünstig aufgekommen sein, wodurch er sich das Bein gebrochen hat. Als ich ihn plötzlich weinen gehört habe, war mir direkt bewusst, dass etwas Schlimmeres passiert sein muss. Er hatte genauso geweint, wie damals als ich ihn in der Schule angetroffen hatte, nachdem er sich den Arm gebrochen hatte. Er wollte sich keinen Millimeter vom Trampolin bewegen und hatte auch nicht aufgehört zu weinen. Daraufhin hatte ich sofort meine Gasteltern angerufen und ihnen auch schon gesagt, dass es das Beste wäre den Krankenwagen zurufen. Beide wollten allerdings erst einmal nach Hause kommen. Meine Gastmutter hat mir nach ihrem Eintreffen auch schnell zugestimmt den Rettungswagen anzurufen, da Kobe uns immer noch nicht sein Bein beziehungsweise seinen Fuß zeigen wollte. Zu diesem Zeitpunkt sind wir noch davon ausgegangen, dass er sein Fußgelenk verletzt hatte, da er meinte das es dort am meisten weh tat.

Die eingetroffenen Rettungssanitäter hatten dann nach einigen Anläufen, jedoch seine Füße und Beine untersuchen können und man hat deutlich sehen können, dass Kobes Bein gebrochen war. Es war wirklich kein schöner Anblick und es war nur allzu verständlich, dass er auf Grund der Schmerzen immer noch nicht aufgehört hatte zu weinen.

Er wurde gleich am nächsten Morgen operiert und am Donnerstagnachmittag zum Glück aus dem Krankenhaus entlassen. Durch seinen Gips und den zusätzlichen Schmerzmitteln war er jedoch sehr eingeschränkt und hat die meiste Zeit mit seinen Eltern im Schlafzimmer verbracht. Angie hatte sich auf Grund des Vorfalles schreckliche Vorwürfe gemacht, aber unsere Gasteltern haben ihr direkt versichert, dass sie keine Schuld trifft. Unfälle können leider immer mal wieder passieren.

Durch diesen Vorfall, verlief die restliche Woche natürlich nicht mehr nach Plan. Angie und ich haben mit Chloe will Zeit verbracht, waren mit ihr im Zoo, sowie bei ihrem Schwimm- und Musikunterricht. Abends hatte ich mich noch mit einigen Au-Pairs zum Abschied getroffen oder noch etwas mit Angelique unternommen.

Am Freitagabend -meinen letzen Abend in Adelaide- haben wir alle zusammen Pizza gebacken, saßen gemütlich zusammen und haben die doch anstrengende Woche entspannt ausklingeln lassen. Ich habe von meiner Gastfamilie noch Abschiedsgeschenke bekommen. Worüber ich mich jedoch am meisten gefreut habe war, dass meine Gasmutter auch ein Bild von mir mit den Kids im Flur aufgehangen hat. Dort hängen viele Familienbilder und bereits zwei Bilder mit meinen Vorgänger Au-Pairs. Insgesamt hat meine Gastfamilie mit mir bereits sieben Au-Pairs gehabt und ich bin wirklich dankbar um die Zeit die ich mit ihnen verbringen durfte.

Natürlich hatte ich auch ein Abschiedsgeschenk für meine Gastfamilie. Ich habe ein Video zusammengeschnitten, mit kurzen oder längeren Videos von den Kids, „Snaps“ oder nur Bildern. Ich war natürlich riesig gespannt wie sie reagieren würden, schließlich hatte ich in den letzten Wochen auch viel Zeit in dieses Geschenk investiert. Sieben Minuten ging das Video insgesamt und obwohl ich alles schon in und auswendig kannte, ist mir in diesen Moment nochmal bewusst geworden was ich alles mit den Kids erlebt habe. Nachdem das Video zu Ende war herrschte kurz Stille und als ich meine Gastmutter angeschaut habe, hatte sie Tränen in den Augen, weil sie sich so sehr gefreut hat. Eine schönere Reaktion hätte es gar nicht geben können. Mein Gastvater hat sich natürlich auch sehr gefreut und die Kids hatten auch viel Spaß sich das Video anzusehen. Die Zeit und die Arbeit haben sich also mehr als gelohnt und ich freue mich bereits mir das Video in ein paar Jahren wieder anzusehen.


Am nächsten Morgen hieß es für mich früh aufstehen und meine restlichen Sachen in den Koffer packen. Um 10:00 Uhr hat mich meine Gastmutter zum Flughafen gefahren. Zuvor habe ich noch etwas Zeit mit meiner Gastfamilie verbracht, insbesondere mit den Kindern. Der entgültige Abscheid ist mir erstaunlicherweise wirklich leicht gefallen. Ich denke es liegt an der Vorfreude des bevorstehenden Roadtrips. Außerdem habe ich nach den knapp sechs Monaten auch gemerkt, dass es für mich Zeit wird etwas Neues zu erleben.

Ich muss wirklich sagen, dass ich den Job eines Au-Pairs unterschätzt habe, insbesondere die eingehende Verantwortung und Verpflichtung. Trotzdem würde ich diese Entscheidung immer wieder treffen. Genauso wie ich auch immer wieder meine Gastfamilie auswählen würde. Ich hatte eine wunderschöne Zeit in Adelaide, zwar auch mit einigen Tiefen ab und zu, aber das macht die vergangene Zeit nur umso erfahrungsreicher.

Um die letzten Monate wirklich verarbeiten zu können, werde ich sicherlich erstmal einige Zeit brauchen, aber das ist auch völlig in Ordnung. In den kommenden Tagen bin ich in Perth und fliege dann am Mittwoch nach Darwin zu Tassja, wo unser Roadtrip startet. Ich freue mich auf die kommenden Wochen und bin gespannt meine neue Gastfamilie in einigen Stunden zutreffen.

adelaide_airport

Tatjana 🙂


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