Adelaide | #3 Monatsupdate

Für mich gibt es jetzt schon ein ganz klaren Sieger in Sachen Hass-Wort im Jahre 2017. Zum Sieger wurde das Wort „Krankenhaus“ gekürt! Warum? Ich habe das Gefühl das jeder um mich herum momentan ins Krankenhaus muss.

Dieses Jahr hat es im Februar damit begonnen, dass mein Gastvater des öfteren für kürzere oder längere Aufenthalte ins Krankenhaus musste. Kurz darauf mussten dann schon Freunde, sowie ein Familienmitglied aus den unterschiedlichsten Gründen für kurze aber auch sehr lange Zeit ins Krankenhaus. Anfang diesem Monats hat sich dann mein Großer in der Schule seinen Arm gebrochen und wurde daraufhin auch im Krankenhaus operiert. Und wäre das nicht alles schon schlimm genug, musste meine Kleine am Ostermontag auch ins Krankenhaus wegen erhöhten Fieber und keiner vorhandenen Stimme. Meine Gastmutter und ich haben schon Witze darüber gemacht, wer von uns beiden demnächst ins Krankenhaus muss. Ich hoffe wirklich, dass die Krankenhaus Serie nun beendet ist, da wir allerdings erst Anfang Mai haben, habe ich leider nicht allzu große Hoffnungen.

Der letzte Monat war somit sehr von den Gesundheitszustand der Kids geprägt, sowie von Ostern, und den somit zwei-wöchigen Osterferien. Außerdem hatte der Große, sowie meine Gastmutter Geburtstag und ich war an einem Samstag auf dem irisch-australischen Geburtstag von der Oma meiner Gastmutter. Aufgrund des Armbruchs war der Große nicht nur die zwei Wochen, sondern die letzten vier Wochen Zuhause. Ohne es böse zu meinen, aber weiß jetzt wirklich wieder die Schulzeit zu schätzen. Denn die meiste Zeit am Tag nur mit einem Kind zu verbringen, ist doch einfacher. An sich lag es aber gar nicht daran, dass die letzten vier Wochen so anstrengend für mich waren, weil der Große den ganzen Tag Zuhause war. Ich war gar nicht immer mit beiden Kindern von morgens bis abends zusammen. In den ersten Wochen hatte ich beide oftmals entweder nur vormittags oder abends. Was die Wochen für mich so anstrengend gemacht hat, war die fehlende Routine. In den 10 Wochen Schule habe ich einen groben Wochenplan durch die Freizeitaktivitäten der Kids. Dadurch weiß ich morgens im Großen und Ganzen wie der Tag verläuft und kann ihn dementsprechend weiter mit Einkaufen, Park- oder Spielplatzbesuchen verplanen. In den letzten Wochen hat mir diese Routine und die Entscheidungsfreiheit einfach gefehlt. Hinzu kam, dass ich mit beiden Kids zusammen auch nicht zum Park oder Spielplatz fahren konnte, wegen des gebrochenen Arms des Kleinen. Ich war unter der Woche also oftmals gar nicht so viel unterwegs und die meiste Zeit Zuhause.

In den  Anfangstagen kam mir dies noch ganz gelegen, da ich auch mit einer Erkältung zu kämpfen hatte. Dadurch bin ich nach Feierabend auch kaum irgendwo hingefahren und habe oft schon früh geschlafen. Durch das viele schlafen, habe ich dann aber wieder die wesentlichen präsente Zeit und möglichen Stunden zum Schreiben mit Freunden oder der Familie verpasst. Ich habe einfach rückblickend das Gefühl, dass ich nicht viel Kontakt nach Hause hatte, obwohl sich Zuhause vieles sehr stark verändert.

Das wäre auch ein anderer Punkt der mich sehr beschäftigt hat diesen Monat. Ich weiß, dass wenn ich nach Hause komme einiges anders sein wird.  Ich weiß auch, dass es kaum was bringt sich jetzt schon Gedanken darüber zu machen, weil man an allem sowieso nichts ändern kann. Trotzdem ist es einfach merkwürdig und belastend an entscheidenen Grundveränderungen nicht teilzuhaben und nicht helfen zu können. Neben meiner Zukunfsplanung Zuhause beschäftige ich mich zurzeit aber auch mit der Planung der nächsten Monate. Ich habe meinen Rückflug nun auf Anfang September umgebucht und weiß, dass ich die Wochen nach meinen Au-Pair Aufenthalt mit Tassja verbringen werde. Genaues wird aber erst geplant, wenn meine Gastmutter entgültig mein nachfolge Au-Pair gefunden hat und sie mir sagen kann, wann sie im Juli hierher kommen wird. Es ist total merkwürdig zu wissen, dass meine Gastmutter schon nach jemand Neuen sucht, aber sie muss es natürlich und je eher ich weiß wann sie kommt, umso besser kann ich die nächsten Reisen planen. Der momentane Plan ist, dass ich das neue Au-Pair circa eine Woche einarbeiten werde, genauso wie es Vanessa mir mir gemacht hat. Und ich bin froh darüber, denn so kann ich dann hoffentlich meine Gastfamilie mit einem neuen super Au-Pair verlassen.

Ich muss wirklich sagen, wenn ich mir jetzt meine „alten“ Blogbeiträge durchlese, kann ich mich mit ihnen kaum noch identifizieren. Die erlebten Empfindungen und Gefühle kommen mir total fremd vor und ich kann mir kaum vorstellen, dass ich mich anfangs hier so verloren gefühlt habe. Ich habe wirklich eine Achterbahn der Gefühle in den ersten Wochen durchgemacht. Um diese Erfahrung bin ich jetzt aber unglaublich dankbar und ich bin froh, nun wirklich angekommen zu sein.

Das Verhältnis zu meinen Gasteltern hat sich weiterhin positiv verändert. Auch wenn beide viel in den letzten Wochen gearbeitet haben und ich dadurch manchmal das Gefühl hatte beide kaum gesehen zu haben. Ich weiß nun wirklich, dass ich mich auf beide verlassen kann und sie mir jederzeit zur Seite stehen, wenn ich ihre Hilfe beziehungsweise jemanden zum Reden brauche. Ich hatte einige wirklich tiefgründige Gespräche mit meiner Gastmutter – soweit es mit meinem manchmal noch holprigen Englisch möglich war. 😀

Auch die Beziehung zu den beiden Kids wird immer intensiver, weshalb ich jetzt schon weiß, dass der Abschied mir unglaublich schwer fallen wird. Insbesondere haben der Große und ich nun eine intensivere Bindung zueinander aufbauen könne. Es ist eben ein Unterschied, ob ich ihn morgens nur zur Schule bringe und ab 15 Uhr noch dreieinhalb Stunden mit ihm verbringe. Oder eben von 8 Uhr bis 18:30 Uhr mit ihm zusammen bin und die zwei Stunden in denen Chloe schläft mit ihm alleine habe. Die letzten vier Wochen waren einerseits anstrengend, da ich  versuchen musste den Alltag abwechlungsreich zu gestalten. Den Großen ständig zu ermahnen oder in seinem Spielfluss zu stören, da er oftmals nicht gerade sorgsam mit seinem gebrochenen Arm umgegangen ist. Genauso stellte mich anfangs die tägliche Medizinversorgung der Kleinen vor Herausforderungen. Aber das Zusammenleben mit Kindern besteht eben immer wieder daraus, neue Tricks zu erlernen um den Alltags so gut wie es geht stressfrei zu bewältigen. Andererseits bin ich genau diesen Erfahrungen dankbar und rückwirkend wirklich froh, diese Zeit mit den Kindern erlebt zu haben beziehungsweise diese noch zu erleben. Kommende Woche werde ich noch mit beiden Kindern täglich zusammen sein und danach beginnt wieder der Schulalltag für den Großen.

Neben dem vielen Arbeiten, habe ich aber auch in meiner Freizeit viel erlebt. Ich war auf Kangaroo Island, bin zum zweiten Mal nach Victor Harbor gefahren und habe viele Tage in der Stadt verbracht. Der Trip nach Victor Harbor startete damit, dass ich Luisa von Zuhause abgeholt hatte und das sich nach dem Tanken das Auto nicht mehr hat starten lassen. Mein erster Gedanke war nur “ Du hast das falsche Benzin getankt und somit das Auto geschrottet“ zum Glück lag das Problem aber „nur“ an einer leeren Batterie. Und wurde von vielen netten Australiern an der Tankstelle geholfen und nachdem das Auto nochmal von einer Werkstatt überprüft wurde, konnten Luisa und ich dann etwas verspätet die Fahrt nach Victor Harbor antreten. Ich bin unglaublich glücklich über mein eigenes Auto hier in Australien und weiß es auch zu schätzen, aber wirklich Glück habe ich damit hier nicht. 😀

Da ich jetzt aber schon die 1.000 Wörter-Grenze überschritten habe, lass ich so gut wie es geht nur noch Bilder sprechen. Viel Spaß beim Durchblicken der Bildergalerie aus meinen letzten vier Wochen hier in Australien. 🙂


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