Adelaide | #2 Monatsupdate

Wow. Zwei Monate bin ich mittlerweile schon bei meiner Gastfamilie. Einerseits verging die Zeit rasend schnell, andererseits habe ich mittlerweile das Gefühl schon viel länger hier zu sein.

Ich denke dies liegt daran, dass sich in den letzten 4 Wochen so einiges verändert hat, bei mir, aber auch Zuhause in Deutschland. Zuhause hatte ich immer das Gefühl, dass man gar nicht mehr aus seinen Alltagstrott herauskam. Jeder Tag war gefühlt wie der Tag zuvor und man hat so gut wie immer das selbe am Wochenende unternommen. Wie falsch man damit auch liegen kann, habe ich gemerkt, seitdem ich an diesen Leben nicht mehr direkt teilnehme. Mein Gastvater hatte Recht damit als er zu mir meinte, dass man sein Leben Zuhause erst zuschätzen weiß, und das man merkt wie abwechslungsreich es eigentlich ist, wenn man sich an einem anderen Ort befindet. Neben Geburtstagen, Feiertagen und den alltäglichen Problemen ist Zuhause nämlich auch so viel Unerwartetes passiert mit dem ich im Voraus niemals gerechnet hätte.

Und nun sitze ich hier 15.774 km von Zuhause entfernt und kann mir das Geschehen Zuhause nur tatenlos zusehen. Wahrscheinlich wird mir erst in Deutschland bewusst, welche Ausmaße diese Ereignisse auf mein Leben haben werden.

Neben all den unerwarteten Ereignissen Zuhause hat sich aber auch bei mir einiges getan. In meinem ersten Monat hier war ich kaum alleine mit den Kindern – durch die Anwesenheit von Vanessa und Tassja -, zudem hat meine Gastfamilie aber auch ich Zeit gebraucht um uns aneinander zu gewöhnen und uns gegenseitig zu vertrauen. Besonders mit den Kindern war es anfangs nicht immer so leicht, tägliche Machtkämpfe haben den Alltag zwischenzeitlich erschwert. Zudem brauchte ich auch meine Zeit um zu lernen wie die Kinder auf mein Verhalten reagieren und Zeit um mehr über ihre Persönlichkeit zu erfahren.

Mittlerweile ist der Alltag mit den Kids wirklich easy. Natürlich gibt es immer noch Momente oder Tage die mal anstrengender sind. Trotzdem, die Machtkämpfe bzw das austesten meiner gesetzten Grenzen haben aufgehört. Außerdem kann ich ihr Verhalten und ihre Beweggründe jetzt viel besser einschätzen und abwägen, wodurch es zu weniger stressigen Situationen kommt. Ich bin manchmal echt erstaunt wie schnell ich aus einigen Situation glimpflich heraus komme, die vor einigen Wochen noch zum Streit oder zum großen Geweine geführt hätten. Jetzt sind diese Momente am Ende des Tages kaum noch erwähnenswert, einfach weil sich zwischen mir und meinen Gastkindern ein super Verhältnis aufgebaut hat. Sie hören – meistens- auf mich, vertrauen mir und ich kenne sie und ihre Verhalten jetzt so gut, dass wir den Alltag so gut wie es geht stressfrei bewältigen können. Und am Ende des Tages profitieren wir alle davon! 🙂

Aber auch das Verhältnis zu meinen Gasteltern hat sich positiv verändert. Mittlerweile fühle ich mich nicht mehr unwohl oder befangen in ihrer Gegenwart. Wir sprechen lockerer miteinander und ich weiß das ich mich auf die beiden, wenn ich ihre Hilfe brauche -sei es mit den Kindern aber auch privat- verlassen kann.

Es hat sich also so einiges getan in den letzten 4 Wochen. Besonders das positive Feedback meiner Gasteltern hat mich darin bestärkt, dass sich die Mühen der ersten Wochen gelohnt haben. Ich habe wirklich Glück mit meiner Gastfamilie und freue mich auf die nächsten Monate mit ihnen.

 


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